Atmen, wenn die Weihnachtszeit die stressigste Zeit im Jahr ist!

7. Dezember 2022 von Tatjana Lackner, MBA

Nicht nur, dass wir alle viel zu tun haben und gut für unsere Liebsten sorgen wollen, zur Weihnachtszeit kommen zu den normalen „to do – Listen“ auch noch die Wunschlisten dazu. Die meisten Menschen fühlen sich in dieser Zeit mehr gehetzt und erschöpft als beruhigt. Zudem fehlt Sonnenlicht und das viele Kunstlicht wirkt ermüdend.

So rennen wir und rempeln wir uns japsend, keuchend, nach Luft schnappend, hechelnd, röchelnd, außer Atem, auf den Einkaufsstraßen oder Weihnachtsmärkten über den Haufen. Nach Weihnachten folgt gleich das Jahresende. Abschlüsse, Deadlines, Steuererklärung – so vieles braucht ein Zeichen des Beendens. Der Jahreskreis schließt sich und der nächste Kreis beginnt.

Wie so oft reden wir mehr davon als wir tatsächlich tun. Wir wissen und haben viel – und wir sind weniger und fühlen weniger. Auch das haben wir schon gelesen bei Erich Fromm. (Wer es noch lesen möchte, es handelt sich um das Buch „Vom Haben zum Sein“.)

Auch das Atmen findet im Kreis statt: vom Anfang bis zum Lebensende ist es ein ständig wiederkehrendes Ein – und Ausatmen. Wenn die „stillste Zeit im Jahr“ zur stressigsten wird, ertappe ich mich dabei, dass ich funktioniere oder in einem Muster reagiere. Dann helfe ich mir, indem ich innehalte und bewusst ein- und ausatme.

Eine Anleitung zum bewusst machen des Atems kann diese sein:

Sitze so, dass Dein ganzer Körper wie eine Blüte aufgeht. Weil die Blüte schön ist, lächle. Spüre nach, wo im Körper Du das Ein – und Ausatmen wahrnimmst?

Werde Dir bewusst, wann das Einatmen beginnt, wie lange es dauert, wann es aufhört und wie lange der Moment dauert, bis es sich zum Ausatmen wendet? Wann ist das Ausatmen zu Ende und wie lange dauert die Atempause bis zum nächsten Einatmen?

Das alles ist EIN Atemzug und der wird mit EINS gezählt. Dann kommt der zweite. Beobachte wie weit Du kommst. Wenn Du abgelenkt bist, beginne wieder bei eins. Vielleicht schaffst Du nur zwei oder drei Atemzüge. Wenn Du übst, wirst Du die Aufmerksamkeit für viele Atemzüge ausdehnen können. Dabei entspannen sich Geist und Körper.

Es braucht nichts außer Dich und hat eine große Wirkung. Einfach indem Du es tust. Warum? Weil du etwas für Dich tust, was Dir unmittelbar ein gutes Gefühl vermittelt. Es kann Dich mit Kraft erfüllen, dass Du zu dir stehst. Die kurze Überwindung wird sofort mit einem guten Gefühl der Befriedigung belohnt.

Beitrag von Katrin Stuflesser (Atemtechnik)

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