Barbara Meier im Gespräch mit Tatjana Lackner

In Die Schule des Sprechens kommen Karriereorientierte und Influencer. Viele unserer genialen Kunden haben Bücher geschrieben, sind Koryphäen auf unterschiedlichen Gebieten und halten selbst Vorträge. Ihnen habe ich auch 2018 wieder eine Kolumne in unserem Newsletter gewidmet. Einige dieser Interviews mit interessanten Persönlichkeiten stelle ich auch im Blog vor (m/w):

Tatjana Lackner:
Gratuliere Barbara! Du hast wirklich einen renommierten Verlag für deinen schön gestalteten Ratgeber gefunden. Hat es Spaß, gemacht zu recherchieren & zu rechnen, oder ging dir das Schreiben leicht von der Hand?

Barbara Meier:
Dankeschön! Das Schreiben selbst ging mir sehr leicht von der Hand. Ich habe schon seit meiner Schulzeit großen Spaß daran, Texte zu verfassen. Die Recherche jedoch war sehr viel anstrengender. Ich habe mich durch viele englischsprachigen, wissenschaftlichen Studien gekämpft, Informationen zusammengesucht, sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und versucht, die Kernaussagen am Ende möglichst leicht und unterhaltsam zusammenzufassen. Das war alles sehr zeitintensiv und hat mich viele Monate lang beschäftigt. Das Buch war bisher eins meiner größten Projekte und ich habe es von Anfang an nie geschrieben, um Geld damit zu verdienen, sondern weil es ein Herzensprojekt für mich ist!  Das tolle Feedback, das ich von meinen Leserinnen bekomme, und zu sehen, wie ich sie zu Sport motivieren kann, macht mich super happy und dafür hat sich die ganze Mühe auch gelohnt!

Tatjana Lackner:
Du machst darin aufmerksam, dass unsere Gesellschaft zu viel sitzt. Ist Sitzen nun das neue Rauchen, von dem wir wegkommen sollten?

Barbara Meier:
Ja! Früher haben wir zu viel Sitzen mit Faulheit und der klassischen Couchpotatoe assoziiert. Aber die Sitz-Krankheit trifft heutzutage auch sehr fleißige und erfolgreiche Menschen. Unser Alltag ist so optimiert, und uns wird durch technische Geräte so viel Bewegung abgenommen, dass Menschen mit Bürojobs teilweise bis zu 14 Stunden täglich sitzen! Übergewicht ist zwar die offensichtlichste Konsequenz von dem ständigen Po-Plattdrücken, aber gar nicht die gefährlichste. Zu viel sitzen begünstigt Herz-Kreislauf-Probleme, Bluthochdruck, Diabetes, Thrombosen und angeblich sogar manche Krebsarten. Und zusätzlich macht es uns träge und auch ein wenig faul. Ein klassischer Teufelskreis.

Tatjana Lackner:
Was sind Deine 3 Lieblingsübungen, die Du auch im Hotel oder in der Ferne machen kannst?

Barbara Meier:
Meine Lieblings-Fitnessübungen sind die Klassiker: Kniebeuge, Liegestütze und Situps. Dazu braucht man keine Geräte und schon wenige Minuten Training am Tag können einen Unterschied machen. Öfter und lieber mache ich aber Alltags-Übungen: Treppensteigen, gehen während dem Telefonieren und die Challenge, alle Bewegungen 20% schneller zu machen, als man sie normalerweise macht.

Tatjana Lackner:
Treppe statt Lift ist wirklich immer gesellschaftsfähig? Schwitzen vor einem Kundentermin oder vor der Bewerbung ist wohl eher nicht zu empfehlen, oder?

Barbara Meier:
Wenn man die Treppen langsam steigt, kommt man auch nicht so sehr ins Schwitzen. Aber im Ernst: gerade vor wichtigen Terminen ist leichte Bewegung sogar perfekt! Der Körper mit all seinen Muskeln wird besser durchblutet und ‚aufgeweckt‘ und damit auch das Gehirn. Man ist nach Bewegung viel frischer und aufnahmefähiger. Man kann diese Bewegung ja auch langsam und dezent in den Alltag integrieren und z.B. am Anfang noch den Aufzug nutzen und nur das letzte Stockwerk zu Fuß gehen. Mit der Zeit wird man mehr und mehr Stufen ohne große Mühe schaffen! Verschwitzt und schnaufend muss niemand in die Arbeit gehen.

Tatjana Lackner:
Du lässt Dich an Der Schule des Sprechens ausbilden. Wie wichtig sind Stimme und Sprache für Interviews, Lesungen oder Buchpräsentationen?

Barbara Meier:
Super wichtig! Mit Stimme kann man viele verschiedene Emotionen ausdrücken. Gerade bei Interviews vermittelt man dadurch Selbstbewusstsein, Freude oder aber auch Sicherheit. Wenn man diese unterbewussten „Botschaften“ kontrollieren kann, hat man ein viel sichereres Auftreten und kann die eigentliche Aussage, die man den Zuschauern mitgeben will, viel besser transportieren! Gerade bei Filmen und im Synchronstudio ist es aber einfach auch wichtig für mich, dass ich eine klare, hochdeutsche Aussprache habe und die Regeln der richtigen Betonung kenne!  Ich finde, in der Schule des Sprechens ist die Mischung zwischen Stärkung der Stimme, korrekte Laut-Formung und Übungen für ein gutes Auftreten vor einem großen Publikum perfekt!

Tatjana Lackner:
Fitness und Convenience – zwei gegensätzliche Trends. Auf der einen Seite werden die Menschen immer dicker und andererseits florieren neue Sportarten. Du reist viel. Wo erlebst Du eine gesunde Balance zwischen Bewegung und Bequemlichkeit?

Barbara Meier:
Das ist eine sehr gute Frage und spannend, dass Du das auch beobachtet hast!
Hauptsächlich in den Ländern, in denen wir fast rund um die Uhr Zugriff auf künstlich erzeugtes Essen haben und auch viele Menschen keine körperliche Arbeit mehr verrichten müssen.
Gerade in reicheren Ländern sehe ich immer mehr die beiden Extreme von stark übergewichtigen Menschen und exzessiven Fitness-Fanatikern nebeneinander existieren. Ich finde beide Ausprägungen nicht gut … Scheinbar fehlt uns immer mehr das gesunde Mittelmaß!

Tatjana Lackner:
Du hast tolle Wochenpläne für Bewegungseinsteiger konzipiert. Was ist für viele von uns so schwer, den „inneren Schweinehund“ zu besiegen und sich aufzuraffen, um mehr Bewegung zu machen?
 
Barbara Meier:
Ich glaube, vielen von uns machen die neuen „krassen“ Fitnessprogramme Angst, bei denen man jeden Tag viele Stunden schwitzen und Hardcore Sport machen soll, um einen möglichst ‚gestählten‘ Körper zu bekommen. Aus Angst, daran zu scheitern und wochenlanges Quälen und Verzichten nicht durchzuhalten, fangen wir oft erst gar nicht an. Genau da setzt aber mein Buch an. Es „schummelt“ gerade am Anfang Bewegung in den Alltag, ohne dass man viel ändern oder Zeit und Schweiß investieren muss. So kann man ganz langsam aktiver werden und sich Schritt für Schritt fitter machen. Das Ganze ist wie ein Schneeballsystem! Irgendwann bewegt man sich quasi ganz von alleine viel, ohne darüber nachdenken zu müssen!