Energie statt Erschöpfung: Eine Liebeserklärung an die Pause

4. Februar 2026 von Tatjana Lackner, MBA

Der Winter in Wien riecht nach Kaffee, feuchtem Asphalt und zu vielen Terminen. Viele von uns hetzen von Meeting zu Meeting, nicken, lächeln, verschieben das Leben auf später; und irgendwann merkst Du, dass Du längst erschöpft bist, obwohl man nur gesessen ist. 

Gerade jetzt, in dieser geschäftigen Jahreszeit, sollten wir uns an eine fast vergessene Kunst erinnern: Die Kunst, leiser zu treten. 

Hi

Der leise Luxus der Micro-Pause 

Es gibt diese Momente, die nichts kosten und alles verändern: Zwei Minuten am offenen Fenster. Ein Atemzug, der ankommt. Ein Kalender, der nicht nur Deadlines, sondern auch Leerstellen kennt. 

Wir leben, als müssten wir dauernd senden, doch wahre Energie entsteht im Funkloch. 

Ich habe gelernt, Pausen nicht als Schwäche, sondern als Strategie zu sehen. Gerne teile ich 13 Tipps und hoffe, dass für Dich was dabei ist. 

  1. Micro-Pausen nutzen, statt durchzupowern. 
  1. Rituale pflegen, bevor die Welt den Ton angibt. 
  1. Kalender mit Lücken füllen, weil das Denken Raum braucht und wir auch mal durch Zeitfenster lüften sollten. 
  1. Bewegung als Reset, nicht als Pflicht. 
  1. Den Feierabend ernst nehmen, als wäre er ein Vertrag mit Dir selbst. 
  1. Digitale Stille kultivieren; wenigstens für eine Stunde am Tag. 
  1. Bewusst essen, ohne E-Mail, ohne Schuldgefühl. 
  1. Präsent bleiben, statt Multitasking zu simulieren. 
  1. Mentales Check-in: Wie geht es mir wirklich? Das ist keine esoterische Frage. 
  1. Musik hören, die Dich an Dich erinnert. 
  1. Nein sagen, um ja zu sich selbst zu sagen. 
  1. Wochen mit Balance planen, nicht nur mit To-dos. 
  1. Feiern, was gelingt, auch wenn es klein ist. 

Hi

7 x Minitapetenwechsel: Die Kunst des Perspektivensprungs 

Wenn der Kopf raucht, hilft es manchmal, den Raum zu wechseln oder wenigstens den Blick.
Ein Minitapetenwechsel ist wie ein Espresso fürs Gehirn: Klein, stark, sofort wirksam. 

  1. Ein Vormittag im Café, das nach fremder Geschichte duftet und andere Gesichter garantiert. 
  1. Ein Spaziergang zu einem Ort in Deiner Stadt, an dem Du noch nie warst. 
  1. Ein kurzer Museumsbesuch, ein Bild, das Dich irritiert. 
  1. Fünf Minuten kleine Details fotografieren, der Perspektivenwechsel gelingt, wenn Kleinigkeiten an Bedeutung gewinnen. 
  1. Ein kleiner kreativer Nachmittag, viele sehnen sich nach Flow und einem fertigen Endprodukt. Die Klebepistole und ich erschaffen bastelnd neue Welten. 
  1. Den nächsten Urlaub planen, Vorfreude und ferne Orte tragen unsere Gedanken fort. 
  1. Eine Seite lesen, nicht um klüger zu werden, sondern ruhiger. 

Hi

Diese kleinen Fluchten sind keine Flucht vor der Welt; sie sind die Rückkehr zu Dir selbst. Ein Plädoyer fürs Menschsein im Takt der Moderne. 

Dazu kommt das Default Mode Network (DMN) im Gehirn und sein Einfluss auf Pausen, Entspannung und kognitive Prozesse.  

Das DMN ist stark involviert in Selbstreflexion und autobiografisches Denken. Unser Gehirn ist auch dann, wenn wir eine Pause machen, nicht faul. Es arbeitet im Hintergrund, um Gedanken zu verarbeiten, kreative Ideen zu generieren und die Selbstwahrnehmung zu fördern. Pausen aktivieren, was langfristig Leistung und Wohlbefinden steigert. 

Vielleicht haben wir verlernt, still zu sein, weil Stille nach Innehalten klingt und Innehalten nach Zeitverlust. Aber genau das ist der Punkt: Manchmal ist es nötig, Zeit zu verlieren, um uns selbst wiederzufinden. Denn Erfolg ohne Energie ist wie Champagner ohne Kohlensäure: Er sieht gut aus, aber schmeckt nach nichts. 

Fazit: Vielleicht liegt die wahre Produktivität darin, hinzusehen, statt hinterherzulaufen. In der grauen Übergangszeit empfiehlt es sich nicht schneller zu laufen. Nur bewusster zu gehen. 

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