Die Stadt der Zukunft wird nicht daran gemessen werden, wie hoch ihre Türme sind, sondern daran, wie gut ihre Bewohner durch die heißen Nächte kommen.
Die neue Luxusfrage lautet seltener: Meerblick oder Innenstadtlage. Sondern: Kannst Du noch schlafen, wenn die Stadt glüht?
Wir haben lange geglaubt, Klimawandel sei eine Frage der Politik, der Konzerne, der großen Konferenzen mit riesigen Bühnen und kleinen Ergebnissen. Doch die Klimaveränderung klopft inzwischen nicht mehr an die Tür der Weltgemeinschaft. Er liegt nachts neben uns im Schlafzimmer.
Tropennächte, in denen der Körper keine Abkühlung findet. Hitzetage, an denen Konzentration, Geduld und Energie langsam verdampfen. Dazwischen unsere Städte, die zu Wärmespeichern werden. Die Zukunft wird nicht nur daran gemessen werden, wie intelligent eine Stadt gebaut ist, sondern auch daran, wie resilient ihre Menschen sind.
Klimaresilienz wird eine neue Kompetenz sein für Städte, Unternehmen und jeden Einzelnen. Nicht als Lifestyle, sondern schlicht als Überlebensfähigkeit.
Sieben Dinge, die jeder für seine persönliche Klimaresilienz tun kann:
1. Wasser nicht erst trinken, wenn der Durst kommt.
Der Körper ist kein Akku, den man bei null Prozent lädt. Regelmäßiges Trinken ist die einfachste Form von Hitzemanagement.
2. Die Wohnung wie ein kleines Ökosystem behandeln.
Morgens lüften. Tagsüber verschatten. Nachts die kühlere Luft hereinlassen. Die Klimaanlage der Zukunft beginnt oft mit einem intelligenten Lüftungsmanagement.
3. Kryokammer: Den Körper trainieren, Temperaturen besser zu tolerieren.
Auch Kälte-Reize können helfen, die Anpassungsfähigkeit des Organismus zu stärken. Die Kältekammer mit Minus 85 Grad ist hier ein Ansatz der Biohacker.
4. Urlaub im Norden
Schottland, Norwegen oder auch das Waldviertel garantieren bessere Nächte im Hochsommer als die Urlaubsländer von gestern.
5. Füße ins Schaffel
Wichtige Meetings in unklimatisierten Wohnungen lassen sich am besten mit einem Eimer Wasser unter dem Tisch bewerkstelligen. So bleibt der Kopf kühl, die Füße plantschen während der Körper entlastet wird.
6. Winterfilm bei Hitze
Unsere mentale Anpassungsfähigkeit wird ein Teil unserer Hitzekompetenz. Der Mensch reguliert Temperatur nicht nur über Haut, Schweiß und Kreislauf, sondern auch über Wahrnehmung, Emotion und Verhalten. Ein Winterfilm bei 35 Grad ist zwar kein persönliches Mini-Kühlsystem. Aber er kann ein kleines psychologisches Klimagerät sein.
7. Eiswasser und Ventilator
Ein Eimer oder eine Schüssel mit Eiswasser vor dem Ventilator kann kurzfristig einen ähnlichen Effekt wie eine sehr einfache Verdunstungskühlung erzeugen.
Fazit: Wir werden in den nächsten Jahren an unserer Klimaresilienz gemessen. Dafür brauchen wir sowohl klimafitte Gebäude, als auch vorbereitete Menschen. Die resilienteste Stadt ist nicht die mit den meisten Sensoren. Es ist die, in der Menschen aufeinander achten.















































