Social Media

Social Media 2018You made my year! 

Bevor der Weihnachtstrubel über uns hereinbricht, möchte ich mich für viele genüssliche Stunden in den sozialen Netzwerken bedanken. 2018 gab es wieder coole Pics, lehrreiche Videos und wissenswerte Einblicke in andere Branchen und Lebensentwürfe. Wie oft haben wir in unserem Office heuer wieder “Dr. Google” gefragt: “Wie macht man den Gedankenstrich auf dem Mac Book Pro?” oder “Wie kann man auf Zoom Erklärvideos aufnehmen? Hilfreich sind kurze informative Tipps in 3-5 Minuten. 

  • Was sind Do’s und Don’ts? 
  • Welche klassischen Anfängerfehler sollte man vermeiden? 
  • Wie legt man am besten gleich los? 

Wir stehen noch sehr am Anfang, was Studien zu sozialen Medien angeht. Bitkom Research hat 2018 für Deutschland die Top 5 Plätze erhoben, an denen Menschen sich vernetzen: 

  • 1. Platz: vorm TV oder beim Streamen (60%) 
  • 2. Platz: im Bett (57%) 
  • 3. Platz: in Öffis (52%) 
  • 4. PlatzJob oder Uni (38%)
  • 5. Platz: am Klo (37%) 

Diese Top 5 sind sicher auch in der Schweiz und Österreich gleich. Obwohl mich der “Screentime-Tracker” (Bildschirmzeit-Messer) ermahnt, weil ich 2-3 Stunden täglich online bin, ist mir diese Zeit in den sozialen Medien wichtig. 

Früher bin ich einige Stunden in der Woche im Kaffeehaus gesessen und hab mich durch die internationale Berichterstattung gelesen. Heute fehlen mir meine genüsslichen Stunden im Café Ritter, Griensteidl oder Bräunerhof. Schneller informiert bin ich heute durch die sozialen Plattformen und die Apps meiner Lieblingsmedien. 

Die Zeiten sind spürbar schneller geworden und mit dem Coffee to go in der Hand informiert man sich online unterwegs. Transferzeiten werden genützt, um Mails zu lesen, Nachrichten zu beantworten und nicht mehr dazu, um aus dem Fenster einer Straßenbahn zu schauen und seinen Gedanken nachzuhängen. “Seele baumeln lassen” muss auf den Urlaub verschoben werden und findet nicht mehr im Alltag statt. Müßiggang kommt klar zu kurz. 

Für die Kommunikationsexpertin in mir war schon früh klar, dass neue Medien Arbeit bedeuten. Neun Online-Profile zu bewirtschaften und für unterschiedliche Zielgruppen Content zu kreieren, fordert mich. 

Niemand schreibt für mich Texte, bearbeitet meine Fotos oder vertont meine Podcasts und Videos auf: SoundCloud, Vimeo, YouTube, Facebook, Twitter, Instagram, Steemit, LinkedIn, Xing. 

Internationale Familien profitieren

Für den Familienmenschen Tatjana sind die sozialen Medien ein wahrer Segen. Nichts würde ich vom Leben meiner Lieben in der ganzen Welt mitbekommen – wären da nicht: Facebook, Instagram, WhatsApp & Co. Mein Vater beispielsweise lebt 10.721 Kilometer entfernt im bolivianischen Amazonasbecken und hält sowohl in Europa, als auch an den südamerikanischen Universitäten Keynotes. Nur durch Facebook kann ich ihn auf seinen Reisen gedanklich begleiten. Manchmal diskutieren wir auf FaceTune über die aktuelle lateinamerikanische Politik. Das funktioniert nur, weil wir sozial, medial und inhaltlich am Ball bleiben. 

Meine Tochter wohnt samt Enkelkind für einige Jahre in Westaustralien. Dank WhatsApp hören wir einander täglich – trotz mühsamer Zeitverschiebung. Kein Briefkontakt hätte uns diese 13.288 Kilometer überbrückt. Echtzeit wird ausschließlich durch die Digitalisierung gewährleistet. 

Kritik an den sozialen Medien

Genug berechtigte Kritik gibt es an den sozialen Medien. Von Shitstorms und Cyber-Mobbing bis hin zu seichtem Bürgerjournalismus und orthografischen Anfängern ist alles dabei. Der Mensch lebt zudem im Komparativ. Wir beziehen uns auf einander und vergleichen unser Leben mit dem der anderen. Die Neidspirale wird durch die sozialen Medien weiter angekurbelt. Manche kränken sich, wenn sie wenig Likes für einen mühevoll erstellten Post ernten. Andere sehen, dass sie auf einer Party im Freundeskreis nicht eingeladen waren. Beziehungen sind schon wegen Facebook und aufgeflogenem Fremdflirten beendet worden. 

Die sozialen Medien sind vor allem für Kinder eine Gefahr. Böse Menschen haben es im Schatten der Anonymität leichter, ihre kranken Phantasien auszuleben. Ich erlaube meinem dreizehnjährigen Sohn aus gutem Grund noch kein eigenes Profil auf Facebook. 

Mich nerven darüber hinaus die körperlichen Beeinträchtigungen. Ärzte bestätigen uns schon heute, dass die Sehkraft leidet, sich unsere Nackenmuskeln verkürzen und das moderne Gesicht länger wird – dank Doppelkinn. 

Auf der anderen Seite sind die sozialen Medien besser als ihr Ruf. Ich werde nie die Schreckensstunden vergessen, als meine Tochter sich aus Paris nicht mehr meldete. Sie hatte am 13. November 2015 ihr Hotel um die Ecke von Bataclan, dem Ort des Terroranschlags im XI. Arrondissement, bei dem 130 Menschen getötet und mehr als 680 verletzt wurden. Weder das Außenministerium noch eine eigens eingerichtete Hotline konnten mir damals Informationen liefern. Facebook hat mir schließlich die erlösende Nachricht durch eine “Friends App” übermittelt: Sie war in Sicherheit. 

Fazit: Viele interessante Projekte habe ich heuer ausschließlich online kennengelernt. International vernetzten Experten folgen zu können und die Welt aus ihren Augen zu betrachten, erweitert den Horizont. Wer online aktiv ist, der sollte sein Profil schärfen. Außerdem ist es lebenserleichternd, nützliche Tipps und Lösungen zu Problemen aller Art auf Knopfdruck zu finden. Viele User erhalten “Breaking News” als erstes aus den sozialen Medien. Ich auch.