Tatjana’s Blog

11. Juni 2026 von Tatjana Lackner, MBA
Freiheit schmeckt heute wie ein überladenes Dessertbuffet:

alles da, nichts befriedigt.

In dieser Folge klären wir, warum wir zwischen 37 Joghurtsorten plötzlich unsere Existenz infrage stellen.

Es geht um Choice Overload, um FOBO, die leise Panik, dass irgendwo eine bessere Version unseres Lebens wartet und wir sie womöglich verpassen. Ich nehme dich mit in eine Welt, in der Entscheidungen nicht mehr befreien, sondern ermüden, bis wir uns selbst nicht mehr trauen. 
Und am Ende bleibt diese eine, fast unanständige Idee: Vielleicht ist weniger nicht Verzicht, sondern die letzte Form von Kontrolle?

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10. Juni 2026 von Tatjana Lackner, MBA

Empathie sagt: Ich fühle mit Dir. 

Ekpathie sagt: Ich bleibe bei mir, während ich Dich sehe. 

Während viele noch von Empathie reden, übersehen sie das Gegenstück: Ekpathie. Sie meint emotional regulierte Distanz. 

Empathie ist das Brennglas, das uns in die Gefühle anderer hineinsehen lässt. Ekpathie ist der Filter, der verhindert, dass wir uns darin verlieren. In einer Welt emotionaler Dauerbeschallung wird sie immer wichtiger. Das bedeutet nicht, weniger zu fühlen, sondern anders zu sprechen. Sprache ist das Skalpell. Sieben sprachliche Muster zeigen, wie Ekpathie klingt: 

1. Gefühl und Handlung trennen 

„Ich sehe, dass Dich das wütend macht. Trotzdem entscheiden wir jetzt nüchtern.“ 

Keine Kälte, sondern Hygiene. Das Gefühl wird anerkannt, aber nicht zum Steuerrad. 

Tipp: Gefühle benennen, Entscheidungen grammatikalisch entkoppeln („trotzdem“, „dennoch“). 

2. Spiegeln ohne Mitschwingen 

„Das klingt nach einer frustrierenden Situation.“ 

Nicht: „Ich fühle das total mit Dir.“ 

Resonanz ohne Chor. 

Tipp: Beschreibende Verben nutzen („klingt“, „wirkt“, „scheint“) statt identifizierender. 

3. Grenzen setzen ohne Rechtfertigungsfalle 

„Ich verstehe Dein Anliegen. Dafür bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.“ 

Ekpathie ist kurzatmig: Sie erklärt nicht, sie markiert. 

Tipp: Maximal zwei Sätze. Keine Vorab-Rechtfertigungen, keine Schuldnebensätze. 

4. Deeskalation durch Tempowechsel 

„Lass uns kurz pausieren. Das Thema bleibt, die Emotion darf runterfahren.“ 

Empathie beschleunigt, Ekpathie bremst – rhetorisch sinnvoll. 

Tipp: Zeitmarker nutzen („kurz“, „jetzt nicht“, „später“). 

5. Verantwortung zurückgeben 

„Ich nehme wahr, dass Dich das belastet. Was brauchst Du jetzt von mir?“ 

Du wirst kein emotionaler Müllcontainer, sondern ein strukturiertes Gegenüber. 

Tipp: Fragen stellen, die Handlung verlangen. 

6. Entpersonalisieren ohne Entwerten 

„Das ist ein Konflikt auf Sachebene, kein Urteil über Dich.“ 

Themen raus aus Identitäten. 

Tipp: „Du bist“ ersetzen durch „das Thema ist“, „die Situation zeigt“. 

7. Klarheit statt Trostfloskel 

„Das ist unangenehm. Und es ist die Konsequenz dieser Entscheidung.“ 

Keine Umarmung, kein Zucker. Wahrheit mit ruhiger Stimme. 

Tipp: Weichmacher vermeiden („leider“, „irgendwie“, „ein bisschen“). 

Fazit: Rhetorisch ist Ekpathie ein Machtwechsel. Du wirst nicht wärmer. Du wirst klarer. Und Klarheit ist das seltenste Gefühl unserer Zeit. 

Themen: Tatjana LacknerErfolgKarriereFührungEmpathieEkpathie
9. Juni 2026 von Tatjana Lackner, MBA

Die SCHULE DES SPRECHENS hebt sich deutlich von anderen Sprachschulen in Wien ab und wird ihrem Ruf als Top-Adresse für Stimme, Sprache und Rhetorik in jeder Hinsicht gerecht.
Die Ausbildung ist höchst professionell, inspirierend und vermittelt sprachliche Präzision ebenso wie ein überzeugendes Auftreten. Besonders herausstellen möchte ich das hervorragende Trainerteam, die erstklassigen Workshops und das herzliche, wertschätzende Miteinander – von den Mitarbeiter:innen im Office über die anderen Teilnehmer:innen in den Lernkreisen bis hin zu Tatjana Lackner selbst.
Tatjana verfügt über die besondere Fähigkeit, bereits im Aufnahmegespräch selbst kleinste Details wahrzunehmen. Ihr präzises und konstruktives Feedback setzt genau dort an, wo Entwicklungspotenzial besteht, und ermöglicht nachhaltige Fortschritte.
Die Diplom-Sprecherausbildung an der SCHULE DES SPRECHENS hat meine Sprechtechnik wesentlich verbessert, meine Stimme und Wirkung geschärft und mir mehr Klarheit, Ausdruckskraft und Präsenz vermittelt. Darüber hinaus hat sie auch meine persönliche Entwicklung positiv beeinflusst und neue Kontakte und Freundschaften entstehen lassen.
Die SCHULE DES SPRECHENS rund um Tatjana Lackner kann ich ohne jede Einschränkung und aus voller Überzeugung wärmstens weiterempfehlen.

Themen: BewertungReviewRezension
4. Juni 2026 von Tatjana Lackner, MBA
Erstelle Deinen Lebenslauf als Playlist! Jedes Kapitel bekommt einen Songtitel als Überschrift. So lernst Du Lebensabschnitte zu clustern, Themen und Interessen zuzuordnen und Du verzagst nicht an der tabellarischen Standardbewerbung.

Jedes Kapitel bekommt einen Songtitel als Überschrift. So lernst Du Lebensabschnitte zu clustern, Themen und Interessen zuzuordnen und Du verzagst nicht an der tabellarischen Standardbewerbung. 

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3. Juni 2026 von Tatjana Lackner, MBA

SoundCloud: Juni 2026

Paul Buchacher stellte wieder die relevanten Fragen. Tatjana im Podcast-Interview

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3. Juni 2026 von Tatjana Lackner, MBA

Meine liebsten 17 Roadtrips, die ich nie vergessen werde. 

Es gibt Reisen, die sieht man sich später auf Fotos an. Und es gibt Roadtrips, die sich für immer einbrennen. Gerne habe ich sie Dir hier fotografisch beschrieben.  

17 Strecken. 

17 Mal Freiheit. 

17 Mal dieses Gefühl von: einfach losfahren. 

Von endlosen Küstenstraßen, verlassenen Bergpässen und kleinen Orten, die auf keiner Bucket List stehen; bis zu Sonnenaufgängen irgendwo zwischen Tankstelle, Espresso und völliger Ruhe. 

Das Schönste an Roadtrips? Nicht das Ziel. Sondern die Momente dazwischen: 

  • spontan abbiegen 
  • irgendwo stehen bleiben 
  • Musik zu laut drehen 
  • Gespräche führen 
  • und dieses seltene Gefühl, wirklich unterwegs zu sein 

Ein paar meiner Highlights: 

  • Alpenpässe im Morgengrauen 
  • Küstenstraßen mit offenem Fenster 
  • endlose Straßen durch völlige Leere 
  • Städte bei Nacht ohne Plan entdecken 
  • kleine Cafés, die niemand kennt 

Fazit: Jeder dieser Trips hat etwas hinterlassen. Manche Erinnerungen. Einige sogar neue Perspektiven. Und ehrlich: 

Die besten Geschichten entstehen selten am Flughafen. 

Themen: Tatjana LacknerKretaBolivienFloridaAustralienMaltaAzorenCornwallVietnamNeukaledonienProvenceroadtripsmalaysienuruguaycotedazurplitvice
28. Mai 2026 von Tatjana Lackner, MBA
Beim Schreiben meldet er sich sofort:

der innere Kritiker.

In dieser Folge zeigt Euch Mario Weisböck drei einfache Tricks, wie Du ihn kurz auf Pause schickst. Es geht ums Loslegen, ums unfertige Schreiben und darum, Gedanken einfach rauszulassen.

Schief, roh, aber vor allem: aufgeschrieben statt aufgeschoben.

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27. Mai 2026 von Tatjana Lackner, MBA

Gesprächsrhetorik ist nicht die Kunst des Redens. Sie ist eine Kunst des Vorankommens. Und genau hier wirken Promotoren und Detraktoren; nicht als Begriffe aus Lehrbüchern, sondern als unsichtbare Kräfte im Raum. Die einen öffnen Türen. Die anderen schließen sie leise, aber endgültig. 

Promotoren sind jene Sätze, nach denen Menschen denken: Okay, hier passiert etwas. Sie sind selten spektakulär. Meist nüchtern. Manchmal sogar unscheinbar. Wer zum Beispiel sagt: Lass mich kurz zusammenfassen, wo wir stehen, macht nichts anderes, als Ordnung anzubieten. Doch Ordnung ist ein Luxusgut. Menschen entspannen sich, wenn jemand das Chaos sortiert, ohne sich dafür feiern zu lassen. 

Oder dieser kleine rhetorische Zaubertrick: die kontrollierte Unsicherheit. Wer sagt: Ich könnte mich täuschen, aber…, verliert keine Autorität. Diese Person gewinnt Vertrauen; weil sie zeigt, dass sie nicht überzeugen muss, um ernst genommen zu werden. In einer Welt voller selbsternannten Gewissheiten und Behauptungsarien wirkt inhaltliches Zweifeln souverän. 

Detraktoren hingegen tarnen sich gern als Schlaumeier. Sie tragen feine Anzüge und sprechen in Nebensätzen: 

Das ist eigentlich bekannt. 

So macht man das halt in unserem Business. 

Jeder weiß doch, …  

Solche Sätze sind keine Argumente. Sie sind soziale Ohrfeigen. Sie sagen nicht: Ich habe recht. Schlimmer noch, sie sagen: Du bist hier nicht auf meinem Niveau. Und ab diesem Moment geht es gar nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Gesichtsrettung und Armdrücken. 

Besonders perfide wirkt Ironie ohne Beziehungskapital. Ironie funktioniert nur dort, wo Vertrauen existiert. Sonst ist sie nichts weiter als eine passiv-aggressive Geste. Wer sie falsch einsetzt, erntet maximal ein Lächeln, verliert allerdings andere Menschen im Raum. 

Gesprächspartner vergessen vielleicht, was Du gesagt hast. Sie vergessen jedoch nie, wie klein sie sich dabei gefühlt haben. 

Der Nutzen all dessen ist schmerzhaft banal: Wer Gespräche voranbringen will, sollte weniger beeindrucken wollen und mehr ermöglichen. Gespräche scheitern selten an den falschen Argumenten. Vielmehr sind es die emotionalen Blockaden, die subtilen Kränkungen, das diffuse Gefühl, nicht ehrlich gemeint zu sein. 

Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten tummeln sich viele. Die einen hören zu, um zu verstehen, die anderen nur, um Munition zu sammeln. Deshalb lautet die Devise: Struktur anbieten, ohne zu dominieren. Kritik formulieren, ohne Identitäten zu verletzen. Wer das beherrscht, wird zwar nicht automatisch geliebt, aber dafür ernst genommen. Und das ist im Berufsleben die härtere Währung. 

Intellektuelle Überlegenheit rettet kein Gespräch, wenn sie auf Kosten der Beziehung geht. Denn: Wer ständig recht hat, steht am Ende oft allein da. 

Fazit: Die rhetorische Brillanz von Promotoren zeigt sich, dass sie inhaltliche Gräben überwinden und Gesprächsziele erreichen. Sie sind gute Brückenbauer. Detraktoren hingegen reißen diese ein, während sie erklären, warum Brücken ohnehin überschätzt werden. 

Themen: Tatjana Lacknergesprächsrhetorikpromotorendetraktorenbrücken
21. Mai 2026 von Tatjana Lackner, MBA
Brillante Business-Rhetoriker verdienen mehr, weil sie ein unsichtbares Startkapital besitzen:

Menschen trauen ihnen früher größere Verantwortung zu. Kompetenz wird in der Wirtschaft selten direkt gemessen; sie wird wahrgenommen.

Wer klar, sicher und präzise spricht, wirkt wie jemand, der Dinge im Griff hat. Oft, bevor er oder sie es bewiesen hat. Führungskräfte, Investoren und Kunden reagieren auf Wirkung, nicht auf Absichten.

Sprache ist nun mal das Betriebssystem der Überzeugung.

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20. Mai 2026 von Tatjana Lackner, MBA

Tatjana gilt für viele workingmoms als role model, da sie parallel zu ihren Kindern ein Business aufgebaut hat, Bücher geschrieben hat, Radiosendungen moderiert hat.
Anbei ein kurzes Interview, das arbeitenden Müttern Mut machen soll.

20. Mai 2026 von Tatjana Lackner, MBA

Die antiken Denker waren keine trockenen Marmorbüsten. Sie waren eher wie ein wilder Salon, aus: Ego, Genie, Alkohol, Krieg, Liebe und einer ziemlich beeindruckenden Fähigkeit, andere Menschen mit Worten in die Ecke zu treiben. Wenn man sie heute auf einer Dinnerparty träfe, würde man schnell merken: Jeder von ihnen argumentiert anders. Manche zerlegen Dich mit Fragen. Andere hypnotisieren Dich durch ihren eloquenten Redestil. Wieder andere walzen Dich einfach platt mit ihrer Logik. 

Hier also eine kleine Galerie antiker Geister; mit ihren jeweiligen rhetorischen Superkräften

1. Sokrates – Der chirurgische Frager 

Sokrates galt als professioneller Zweifler

Seine Methode: Fragen stellen, bis Dein Weltbild implodiert. Er argumentiert nicht; er entkernt Dich. Du kommst mit einer Meinung, und fünf Minuten später merkst Du, dass Du nicht einmal weißt, was Mut oder Gerechtigkeit überhaupt bedeutet. Seine Technik ist ein philosophischer MRT-Scanner: Er zeigt Dir die Hirnareale Deiner eigenen Gedanken

Rhetorischer Tipp: Stelle Fragen, bis der Gegner seine eigene Position selbst zerlegt. 

Beispiel 1 

Person A: Erfolg ist Reichtum. 

Du: Dann sind alle reichen Menschen erfolgreich? 

A: Nicht unbedingt. 

Du: Also brauchen wir wohl eine bessere Definition von Erfolg. 

Beispiel 2 

Person A: Man muss immer ehrlich sein. 

Du: Auch dann, wenn Ehrlichkeit jemanden unnötig verletzt? 

Plötzlich beginnt Denken. 

2. Platon – Der Architekt der Ideen 

Während Sokrates Dein Haus anzündet, baut Platon ein neues Universum daneben. Seine Argumentation gleicht einem architektonischen Projekt: Ideen, Formen und Ebenen der Wirklichkeit. Am Ende stehst Du da und denkst: Vielleicht ist die Welt tatsächlich nur der Schatten eines perfekten Gedankens. 

Rhetorischer Tipp: Hebe die Diskussion auf eine höhere Ebene der Prinzipien. 

Beispiel 1: Debatte über Schulnoten  

Du: Die eigentliche Frage ist doch: Was ist der Zweck von Bildung? 

Beispiel 2: Streit über Gesetze  

Du: Welche Vorstellung von Gerechtigkeit steckt hinter diesem Gesetz? 

3. Aristoteles – Der Ingenieur der Logik 

Aristoteles argumentiert wie jemand, der gerade die Bedienungsanleitung des Denkens schreibt. Dieser Mann hat das Denken industrialisiert: 
Prämisse. Prämisse. Schlussfolgerung. 

Rhetorischer Tipp: Zerlege jedes Argument in klare Prämissen. 

Beispiel 1 

Prämisse 1: Alle Menschen sind sterblich. 

Prämisse 2: Sokrates ist ein Mensch. 

Schlussfolgerung: Sokrates ist sterblich. 

Beispiel 2 

Prämisse 1: Gute Entscheidungen brauchen Informationen. 

Prämisse 2: Du hast keine Informationen gesammelt. 

Schlussfolgerung: Deine Entscheidung ist wahrscheinlich schlecht. 

4. Diogenes von Sinope – Der lebende Gegenbeweis 

Seine Methode: Demonstration statt Diskussion. 
Wenn jemand über Tugend redet, lebt Diogenes in einer Tonne und masturbiert öffentlich, um zu zeigen, wie lächerlich gesellschaftliche Normen sind. Seine Argumentation ist aktionistisch und ein philosophischer Molotowcocktail. 

Rhetorischer Tipp: Zeige die Wahrheit durch Verhalten statt durch Worte. 

Beispiel 1 

Während andere über Bescheidenheit reden, erscheinst Du mit dem billigsten Kleidungsstück im Raum. 

Beispiel 2 

Während jemand Konsum glorifiziert, fragst Du: 

Welche drei Dinge in diesem Raum benötigst Du wirklich? 

5. Epikur – Der sanfte Hedonist des Denkens 

Epikur argumentiert nicht mit Gewalt, sondern mit Beruhigung. Er erklärt Dir, dass Angst vor den Göttern unnötig ist, Angst vor dem Tod ebenfalls und dass ein Stück Brot, Wasser und Freunde völlig ausreichen, um glücklich zu sein. Eine Philosophie wie ein ruhiger Garten.  

Rhetorischer Tipp: Reduziere komplexe Ängste auf einfache Bedürfnisse. 

Beispiel 1 

Du brauchst keinen Luxusurlaub. Du brauchst Ruhe. 

Beispiel 2 

Du fürchtest den Tod. Aber solange Du lebst, ist er nicht da. 

6. Zenon von Elea – Der Paradoxien-Zauberer 

Zenon beweist mit mathematischer Eleganz, dass Bewegung eigentlich unmöglich ist. 
Du gehst los, und plötzlich stellt Dir jemand logisch dar, warum Du nie ankommen kannst. Seine Argumente sind intellektuelle Labyrinthe ohne Ausgang. 

Rhetorischer Tipp: Nutze paradoxe Gedankenexperimente. 

Beispiel 1 

Achilles läuft schneller als eine Schildkröte, aber Zenon zeigt rechnerisch, dass er sie nie einholt. 

Beispiel 2 

Ein Pfeil im Flug befindet sich in jedem Moment an einem festen Ort. 

Wenn jeder Moment stillsteht; bewegt sich der Pfeil dann überhaupt? 

7. Heraklit – Der aphoristische Mystiker 

Heraklit schreibt keine Abhandlungen, er wirft Sätze wie Orakel in die Welt. Heute würde er wahrscheinlich als Texter in der Werbung arbeiten. 
Alles fließt. 
Der Krieg ist der Vater aller Dinge. 
Seine Argumentation ist dichterisch, kryptisch und zwingt Dich, selbst weiterzudenken

Rhetorischer Tipp: Verdichte Gedanken in provokante Sätze. 

Beispiel 1 

Stabilität ist nur langsam gewordene Veränderung. 

Beispiel 2 

Konflikt ist der Motor jeder Innovation. 

8. Parmenides – Der radikale Reduktionist 

Parmenides behauptet schlicht: Veränderung ist Illusion. 
Die Welt, sagt er, ist ein einziges, unveränderliches Sein. 
Das ist der philosophische Moment, in dem jemand einfach die Realität abschaltet. 

Rhetorischer Tipp: Streiche alles weg, bis nur ein Grundprinzip bleibt. 

Beispiel 1 

Entweder etwas existiert oder nicht. Nichts dazwischen. 

Beispiel 2 

Wenn Veränderung real wäre, müsste etwas aus dem Nichts entstehen. 

9. Gorgias – Der rhetorische Illusionist 

Gorgias zeigt, dass Sprache selbst Macht ist. Er wusste: Menschen erinnern sich selten an Argumente, aber sehr gut an Sätze, die wie kleine Explosionen klingen. Man könnte seine Methode fast so formulieren: 
Ein Gedanke überzeugt den Verstand. 
Ein gut geformter Satz erobert den Raum. 

Rhetorischer Tipp: Meistere Stil, Rhythmus und Dramaturgie. Wiederhole ein Argument dreimal und steigere dadurch seine Intensität. 

Beispiel 1 

Jemand sagt: Technologie macht unser Leben besser. 

Ein gorgianischer Konter würde nicht trocken widersprechen. Er würde die Bühne betreten: 

Ihr nennt es Fortschritt. Doch vielleicht ist es nur Geschwindigkeit ohne Richtung. Wir reisen schneller als je zuvor, aber wissen wir noch, wohin? 

10. Protagoras – Der Perspektiven-Jongleur 
 

Protagoras relativiert und argumentiert wie ein Anwalt der Perspektiven: Jede Wahrheit hängt davon ab, wer sie betrachtet.  

Rhetorischer Tipp: Zeige, dass jede Position vom Standpunkt abhängt. 

Beispiel 1 

Ein starker Wind ist für einen Segler ein Geschenk; für einen Dachdecker ein Problem. 

Beispiel 2 

Ein Preis ist teuer für den Käufer, aber billig für den Verkäufer. 

11. Cicero – Der politische Dramaturg 

Cicero kombiniert Logik, Emotion und Theater. Seine Reden wirken wie juristische Opern: Struktur, Pathos, Moral, Angriff. 
Ein Argument ist bei ihm nie nur wahr; es muss auch wirken.  

Rhetorischer Tipp: Kombiniere Logik, Emotion und Moral. 

Beispiel 1 

Dieses Gesetz ist nicht nur ineffizient; es ist ungerecht. 

Beispiel 2 

Wir entscheiden heute nicht über Zahlen, sondern über Menschen. 

12. Seneca – Der stoische Spiegel 

Seneca argumentiert wie ein Mentor spätnachts bei einem Glas Wein. Seine Texte sind keine Schlachten, sondern Spiegel: Er zeigt Dir, wie absurd Deine Sorgen sind. 

Rhetorischer Tipp: Stelle die eigene Gelassenheit als Argument dar. 

Beispiel 1 

Wenn Dich Kritik zerstört, war Dein Selbstbild ohnehin zu fragil. 

Beispiel 2 

Das Problem ist nicht das Ereignis, sondern Dein Urteil darüber. 

13. Marcus Aurelius – Der innere Richter 

Wie ein introspektiver Coach diskutiert er nicht mit anderen; er diskutiert mit sich selbst. Seine Argumentation ist eine innere Disziplin: Wenn das Universum chaotisch ist, dann ordne wenigstens Deinen Geist. 

Rhetorischer Tipp: Argumentiere zuerst mit Dir selbst. 

Beispiel 1 

Wird dieses Problem in fünf Jahren noch relevant sein? 

Beispiel 2 

Handle so, dass Du Dich heute Abend vor Dir selbst rechtfertigen kannst. 

Fazit: Die Antike war ein Fitnessstudio für das Denken. Jeder Philosoph trainierte eine andere Muskelgruppe der Rhetorik. Wenn man sie heute um einen einzigen Tipp bitten würde, bekäme man keine höflichen Kommunikationsregeln, sondern kleine Waffen fürs Denken.  

Die wirklich gefährlichen Denker der Geschichte konnten mehrere dieser Werkzeuge gleichzeitig benutzen. Genau dort beginnt echte geistige Schlagkraft; eine Mischung aus Sokrates, Aristoteles und ein wenig Diogenes, der draußen vor der Tür sitzt und über alle lacht. 

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