Ausstellungstipp: Viva Frida Kahlo

3. Mai 2023 von Tatjana Lackner, MBA

Sie war eine besondere Frau. Vom Leben und der Liebe gezeichnet wandelte sie Schmerzen und Verzweiflung in farbenfrohe und explosive Bilder um. Frida Kahlos Lieblingsfarbe war Magenta. 

Wer von der immersiven Ausstellung “Monets Garden” begeistert war, der kommt hier technologisch voll auf seine Kosten. Das Herzstück der Exhibition ist neben dem riesigen Raum, in dem Besucher wieder staunend sitzen und liegen können, vor allem das 360-Grad-VR-Erlebnis. Man taucht ein in Fridas “Casa Azul” in Coyoacán, wo sie durch ein Busunglück ans Bett gefesselt war und so überhaupt zu malen begann. Man sitzt wie von Farben betäubt auf einem mit einer von der Decke baumelnden VR-Brille und Kopfhörern ausgestattetem Drehstuhl. Wer sich in alle Richtungen dreht, taucht ein in das Mexiko der 1920er-1940er Jahre und atmet förmlich Farben ein. Immer wieder erscheint das bekannte Sujet mit den Melonen – ihr letztes Werk. 

Die Tochter des deutschen Auswanderers Wilhelm Kahlo aus Pforzheim hatte nicht nur einen gemarterten Körper, sondern durch den unansehnlichen, dicken Ehemann Diego Rivera, selbst Maler, auch eine geschundene Seele. Oft hat er sie betrogen und immer wieder benutzt. 

Ein Busunfall in der Kindheit, dreißig Operationen, Fehlgeburten und eine Beinamputation hinterließen geistige und physische Narben. Verzweiflungstaten und Alkoholbetäubungen Diegos wegen, den sie sogar ein zweites Mal heiratete, prägten ihre Bilder.  

Ihr Vater nannte sich Guillermo Kahlo und wurde ein bedeutender Fotograf. Allerdings blieb er jahrelang im Schatten seiner berühmten Tochter recht unerkannt. 

Mit nur 47 Jahren starb die berühmteste Malerin Mexikos an einer Lungenembolie. 

Fazit: Ihre Bilder werden für Generationen leuchten, da wird ihre leidvolle Biografie schon verblasst sein. „Viva Frida Kahlo – immersive Experience“ bis 16. Juli 2023 in der Marx Halle. 

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