Alva Sokopp hat ein Buch geschrieben, das sich liest, als würde jemand sein eigenes Innenleben wie ein Parfum testen: erst vorsichtig, dann hemmungslos, schließlich mit der Erkenntnis, dass der wahre Duft nicht in den Zutaten steckt, sondern im Mut, überhaupt daran zu riechen.
Der Titel klingt zunächst wie ein Beitrag aus dem Achtsamkeitsregal, doch Sokopp macht daraus etwas anderes. Etwas Rohes. Etwas, das zu ehrlich ist, um Wellness zu sein, und zu poetisch, um Ratgeber zu heißen. Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich nicht in der Stille findet, sondern im Tumult seiner eigenen Gedanken; die nicht auf einem Berg meditiert, sondern in der Enge des Alltags sein persönliches Universum freisprengt.
Man hat beim Lesen das Gefühl, jemand habe das eigene Gefühlsarchiv durchsucht, ein paar vergilbte Seiten geklaut und in schönere Sätze gegossen. Sokopp schreibt, als würde sie neben Dir sitzen, zu dicht, zu nah, und genau deshalb so verdammt echt.
Das Buch ist kein Psychohelfer, sondern ein Spiegel, der Dich nicht fragt, ob Du bereit bist. Es hält Dir Deine Sehnsüchte hin wie ein Barkeeper einen zu starken Drink: Bitte sehr, das wird wehtun, aber danach fühlst Du Dich lebendig.
Wer das Buch liest, findet vielleicht nicht sofort sich selbst, aber sicher den Mut, endlich mit der eigenen Wahrheit zu flirten. Und das ist in einer Welt voller Selbstinszenierungen fast schon ein radikaler Akt.















































