Nach “ELVIS” kommt “PRISCILLA”

24. Januar 2024 von Tatjana Lackner, MBA

Richard Lugner lud Priscilla Presley, Elvis’ Witwe, zum Opernball 2024 nach Wien ein. Ein guter Grund, um sich den Kinofilm „Priscilla“ von Sofia Coppola anzusehen.  

Der Streifen ist im Vergleich zu Buz Luhrmanns Meisterwerk “ELVIS”, mit dem grandiosen Austin Butler als King of Rock’ n Roll, nur mäßig geglückt. Die beiden Hauptdarsteller Cailee Spaeny (Priscilla) und Jacob Elordi (Elvis) sind für diesen Cast übel besetzt und werden ihren Rollenvorlagen so gar nicht gerecht. Elordi wirkt wenig charismatisch und Spaeny unelegant. 

Nachdem im Biopic auf 110 Minuten schwerfällig und langatmig nachgestellt wurde wie früh Priscilla in ihrer Beziehung bereits einsam war, ist es umso unverständlicher, warum die heute 78-Jährige immer noch dieser Zeit hinterher trauert – als wäre ihr Exmann eben erst von ihr gegangen. Die Ehe dauerte gerade mal sechs Jahre (1967-1973) und zuvor lebten die beiden vier Jahre auf Graceland “zusammen”, wobei Elvis viele Wochen gar nicht daheim war und sie zu dieser Zeit noch zur Schule ging. 

Mittlerweile ist die grazile Priscilla Presley von viel härteren Schicksalsschlägen gebeutelt.  

Erst erlebte sie die Feindseligkeiten zwischen ihrem Sohn Navarone Garibaldi, der aus einer späteren Beziehung stammt, und Lisa-Marie, die Elvis – als seine leibliche Tochter – wie aus dem Gesicht geschnitten aussah. Geschäftstüchtig hat Priscilla den Namen Presley nie hergegeben und hielt lange Zeit die Fäden des Familienimperiums in der Hand. 

Im Sommer 2020 nahm sich ihr Enkelsohn Benjamin Keough das Leben. Im August 2021 verstarb ihre geliebte Mutter. Kaum zwei Jahre später muss sie ihre einzige Tochter Lisa-Marie Presley beerdigen. 

Der “Mediation Garden”, ein kleiner Privatfriedhof auf dem Anwesen Gracelands, beherbergt neben dem King auch andere Familienmitglieder. Ich selbst habe mich dort bereits in den 1990er Jahren einige Tage aufgehalten und weiß, dass sich manche aus der Elvis-Fan-Gemeinde darüber gewundert haben, dass Ben ausgerechnet auf Graceland beigesetzt wurde, um die letzte Ruhe zu finden. Schließlich kannte er seinen Großvater Elvis gar nicht. 

Nach dem Tod von Lisa verhedderte sich Priscilla in einen Erbstreit mit ihrer eigenen Enkeltochter Riley Keough. Mittlerweile scheinen diese Probleme beigelegt zu sein, nachdem Priscilla eine gute Million Dollar zugesprochen wurde.  

Fazit: Schade ist, dass der Film “Priscilla” mit dem Tod des King endet, denn Priscillas Leben rund um die Öffnung von Graceland als Museum hat schließlich erst 1982 begonnen. Auch ihre Schauspieljahre – zwischen 1978 und den späten 1990ern – wurden von Sofia Coppola nicht abgedeckt. Worin also bestand der Reiz für die große Regisseurin, ausschließlich Priscilla Presleys Buchvorlage aus dem Jahr 1988 nachzufilmen? 

Die Presleys stellen – analog den Kennedys – die “amerikanischen Royals” dar, an deren Leben und Schicksalsschlägen die Menschen immer Anteil nehmen werden. 

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