Powerpoint-Karaoke

Was ist Powerpoint-Karaoke?

Nein, es geht nicht um Lieder singen, sondern darum Präsentationen, die man vorher noch nie gesehen hat mit Improvisationsgeschick, Witz und Unterhaltungswert für die Zuseher zu halten. Es gibt in vielen Städten eigene Meisterschaften in dieser Vortragsdisziplin. 

Das muss ich ausprobieren!

Tatjana und ihr Mann haben Powerpoint-Karaoke ausprobiert und würden es wieder machen.

Die Regeln für mutige Wortakrobaten sind klar und einfach: Die Reihenfolge der 8 – 10 Teilnehmenden wird ausgelost. Sobald der erste Redner dran ist, bekommt er einen Presenter und los geht der Folientango! 

Zum ersten Mal sieht der Präsentator nun sein Thema samt dem zweifelhaften Foliensatz. Mit dem Laserpointer auf seinem Presenter kann er dem johlenden Publikum, das sich derweilen vergnügt in Fremdschämen übt, seine Inhalte zeigen. 

Laute Großmäuler, die sich gerne reden hören, fallen in der Gunst der Menge recht schnell. Dilettanten ohne Lampenfieber gewinnen selten. Sie verlieren gegen überzeugende Redetalente oder gegen witzige Antihelden, die heimlich die Herzen der Zuseher erobern. Man muss auf der Bühne schon auch über sich selbst lachen können, dann wird einem auch ein Hänger verziehen. 

Wer andererseits nur vorliest, was ohnehin alle auf der Leinwand sehen können, der langweilt. Nerven aus Stahl sind nötig für die 8 Minuten, in denen man seinem Auditorium vor allem Unterhaltung und Lacher bieten soll. 

Storytelling

Bewährt haben sich ergänzende Storytelling-Elemente, die zum Thema passen und eigene Erfahrungen. Geübte Redner schaffen es zu fremden Charts & Topics sogar eine coole “Heldenreise” aufzubauen. Also, was ist beispielsweise beim “Handbuch für ehrliche Schlussmacher” das Kernproblem? Warum sind die darin vorgeschlagenen Lösungen für alle relevant? 

Tatjanas Thema war ebenfalls recht “weich”. Bei ihr ging es um “Wachsarten in der Ceroplastik”. Sie ist davon überzeugt: “Je interaktiver man seinen Vortrag gestaltet umso mehr unmittelbares Feedback zur Atmosphäre bekommt man auf der Bühne mit. Wie die eigene Leistung ankommt, hört man durch “aufmunternde Zwischenrufe” schon währenddessen. Das war für mich wichtig.” 

Ähnlich, wie beim Poetry Slam gibt es Punkte, die man für seinen Vortrag vom Publikum bekommt. Das ist aber nur Nebensache. Es geht um den Spaß und darum, “sich überwunden zu haben”. Je nach Veranstalter warten auf die ersten drei Sieger eines PowerPoint-Karaoke-Battles Freigetränke oder manchmal sogar eine “Bullshit-Box“. Die ist besonders nach Weihnachten nützlich und prall gefüllt mit Dingen, die Besucher verschenken oder loswerden wollen. Da finden sich alte Standmixer, verwahrloste Tamagotchis oder Merchandise von Schlagerstars samt dem Weihnachtsgeschenk von Oma Erika. 

TIPP: Wer zu Hause üben möchte, dem empfiehlt Tatjana einen sehr coolen Link: http://www.kapopo.de/was-ist-kapopo.html