WIEN: Eine Ode an die Buslinie 13-A

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Wien: Eine Ode an die Buslinie 13-A

Einer der Gründe warum Wien regelmäßig zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wird – egal, ob von „Mercer“ oder dem „Economist“ – ist, die öffentliche Anbindung des Verkehrs. Kaum eine Metropole hat ein so geniales U-Bahn Netz und das ergänzende Angebot von Bims, – so heißen die Straßenbahnen in Wien, samt den Buslinien ist clever durchdacht. Fast jeder Wiener hat ein Verkehrsmittel, mit dem er oder sie am liebsten fährt.

Viele Menschen lieben aus gutem Grund die Ringlinie, weil diese Trambahn an der Prachtstraße Wiens entlang führt. Die beliebte Route umschließt den ersten Bezirk. Wie bei einem Rundgang kommt man wieder zurück an den Ausgangspunkt.

Natürlich ist die innere Stadt etwas ganz besonderes und die prächtigen Palais am Straßenrand links und rechts eine Wohltat für jedes Auge. Touristen genießen die Ringlinie, weil sie direkt aus der Straßenbahn heraus fotografieren können, und auch die Wiener sind mächtig stolz auf ihren „Einser“.

Nachdem ich im ersten Bezirk arbeite und DIE SCHULE DES SPRECHENS Gehminuten vom Stephansplatz entfernt residiert, halte ich mich ohnehin die meiste Zeit des Tages in der Innenstadt auf. Deshalb gehören zu meinen Lieblingsbezirken der aristokratische neunte –, der bürgerliche achte –, der verrückte und kreative siebente Bezirk, aber auch der sechste, samt seinen Bobo-Ecken rund um den Naschmarkt.

Kein Wunder, dass ich die Buslinie 13-A von allen Verkehrsmitteln in Wien bevorzugt und besonders oft benütze. Alle meine Lieblingsbezirke liegen, wie auf einer Perlenkette aufgefädelt, auf dem Weg dieser Busroute.
Die Fahrt führt vorbei an prächtigen Häuserncoolen Geschäften und witzigen Straßencafés. Obwohl ich üblicherweise Transferzeiten nutze, um E-Mails zu erledigen, so hält mich im 13-A sitzend das bunte Treiben draußen entlang dieser Strecke immer wieder davon ab.

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Laut Angaben der Wiener Linien werden im Zuge eines Jahres rund 15 Millionen Menschen alleine auf dieser Buslinie transportiert. Auf der 5,75 km langen Strecke sind insgesamt 18 Busse im Einsatz. 128 Personen finden in einem dieser modernen Gelenkbusse Platz. Zu den Stoßzeiten fährt der 13-A alle 4 Minuten.

Vom Hauptbahnhof ist man schnell auf der Mariahilfer Straße, der längsten Einkaufsstraße Wiens. Wer bei Kulturspots verabredet ist, wie dem Haus des Meeres oder dem Theater in der Josefstadt, der steigt bei diesen Haltestellen aus. Endstation des 13-A bildet die schöne Alser Straße/ Ecke Skodagasse. Dort rastet der Bus einige Minuten, bevor er sich wieder durch sechs Bezirke zurück zum Hauptbahnhof seinen Weg im Verkehr bahnt.
Das einzige, was ich beanstande ist, dass die jungen unerfahrenen Agro-Busfahrer viel zu schnell fahren und es ein Wunder ist, dass relativ wenig Unfälle passieren.

Fazit: Viele Menschen mögen keine Busse. Mein Mann beispielsweise lehnt sie ab, weil er offenbar als Kind zu oft damit unterwegs sein musste. Ich persönlich finde, dass sie in Wien einen klaren Vorteil den U-Bahnen gegenüber bieten: Sie sind im Sommer klimatisiert und im Winter angenehm beheizt. Busse sind in Wien zudem eine Art fahrende Oasen. Irgendwie ist man immer froh, sobald man im Bus sitzt. Außerdem sieht der Fahrgast im Gegensatz zur U-Bahn mehr von der traumhaften Stadt oder dem schnell wechselnden Wetter.

2 Antworten zu “WIEN: Eine Ode an die Buslinie 13-A”

30. September 2018 um 15:01, Helena sagt:

Liebe Tatjana,
ich schätze die Linie 13A genauso, wie Du und bin auch immer begeistert, wenn ich diese Strecke benutzen kann.
Viel mehr aber als Busse generell, schätze ich die „alten“ Bims (die mit den 3er-Sesseln im 90 Grad-Winkel zur Fahrtrichtung). Sie sind noch höher und damit „umsichtiger“ (im wahrsten Sinn des Wortes) für die Insassen gebaut worden und weit komfortabler und sauberer als jede der sogenannten neuen kunststofflastigen Niederflur-Strabas. Schade, dass man ihnen bald den Gar ausmacht und sie eingestellt werde. Eigentlich wär das eine Protestanzeige der Wienerinnen und Wiener Wert.
Dass es nur mehr eine „Touristen-Bim“ gibt, die den Ring rund fährt ist ebenfalls ein Versäumnis oder sogar Vergehen der besonderen Art unserer Stadtverantwortlichen. Aber wie sagen wir immer „Wien ist anders“ – mal in die ein, mal in die andere Richtung. Alles Liebe

26. November 2018 um 17:59, Tatjana Lackner, MBA sagt:

stimmt, Helena.